Der Neubau für das Amt für Umwelt und Energie wird nach Minergie-A-ECO zertifiziert. Das Klimagebäude muss die für den Bedarf an Betriebsenergie notwendige Energie aus erneuerbaren Quellen decken. Da die Dachfläche des Gebäudes klein ist, entschied man sich für eine flächendeckende Photovoltaik (PV)-Fassade. Die PV-Module enthalten effiziente monokristalline PERC-Zellen, die über sämtliche Fassadenseiten, auch über die weniger besonnten Bereiche, Energie erzeugen. Gerechnet wird mit einer Produktion von ca. 45’000 kWh Strom pro Jahr, was dem Jahresbedarf von ungefähr 12 Vierpersonen-Einfamilienhäusern entspricht. Um die Fassade optisch optimal ins Stadtbild einzufügen, wurde eigens für dieses Projekt ein Spezialglas entwickelt, das eine plastische, unregelmässige und im Licht changierende Lebendigkeit zeigt. Ins Glas integrierte metallische Farbpunkte brechen zudem den dunklen Basiston der PV-Zellen und überlagern ihn mit warmen Tönen. Je nach Standpunkt und Lichteinfall verändert sich das Aussehen des Fassadenkleids. Ein detaillierter Test- und Bemusterungsprozess ermöglichte es, den vielfältigen Ansprüchen an maximale Leistung, Langlebigkeit und Ästhetik des Leuchtturmprojekts Rechnung zu tragen.

Durch den unterschiedlichen Lichteinfall zu verschieden Tageszeiten präsentiert sich das Haus mal als dunkles technisches Kraftwerk, mal farblich eingebunden in den Kontext der sandsteinfarbenen Nachbarn und mal als leuchtendes Glashaus, welches die helle Umgebung widerspiegelt und das Sonnenlicht bricht. Die Innovation steckt vor allem in der Kombination von unebenem Schmelzglas, welches neu mit den PV-Elementen kombiniert werden kann. Durch den Produktionsprozess entsteht eine Erscheinung, die jedes Glas handgemacht erscheinen lässt. Ein digitaler Zwilling, in welchem die Daten aus der Haustechnik und der Photovolataikanlage dargestellt werden können, ermöglicht eine künftige Überprüfung der Wirksamkeit des Energiekonzepts des Gebäudes. Bei grossen Abweichungen kann durch Justierung der betroffenen Parameter eingegriffen werden. Einige Daten dieses Monitorings werden für die Besuchenden aufbereitet und im Eingangsbereich visualisiert.

Fotos: jessenvollenweider architektur