1. Der AUE Neubau wird Minergie-A-ECO zertifiziert. Was bedeutet das für Minergie?
Das ist wichtig für Minergie. Die Schifflände in Basel ist ein kniffliger Standort für ein Minergie-A-Gebäude. Das Verhältnis Dachfläche zu EBF ist schlecht, man muss mit der PV zwingend in die Fassade. Aber das Gebäude wird stark verschattet durch Nachbarsgebäude, schwierig für Fassaden-PV. Dazu kommt, dass es keine Grünflächen gibt im näheren Umfeld, die Aussenluft erhitzt sich darum im Hochsommer stark, eine Nachtauskühlung kann in Hitzeperioden schwierig werden. Hinzu kommt die relativ hohe Lärmbelastung durch Tram und Bus. Das Lüftungssystem muss also einiges können. Dass man all diese Hürden gemeistert hat und nun an diesem zentralen, sehr urbanen Standort ein Vorzeigegebäude für Klimaschutz und Umgang mit Klimaerwärmung hat, ist also keine Selbstverständlichkeit und toll. Dazu kommt, dass das neue AUE eine Volksabstimmung zu überstehen hatte, in der trotz einiger unwahren Behauptungen eine Mehrheit der Bevölkerung dem Neubau zugestimmt hat, und zwar explizit mit Fokus auf Energie- und Klimaschutz.

2. Was finden Sie an dem Projekt spannend?
Interessant sind das Lüftungssystem und die Massnahmen zum Sommerlichen Wärmeschutz, beides hängt zusammen. In anderen Blogeinträgen werden sie gut beschrieben. Man will sehr innovativ und ziemlich unkonventionell, mit wenig Technik aber ausgeklügelter Gebäudeautomation ein behagliches Innenraumklima schaffen. Ich bin gespannt, wie das Gebäude dann im Betrieb funktioniert.

3. Würden Sie gerne selber in diesem Gebäude arbeiten? Falls ja weshalb?
Ja, das wäre toll. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es leider immer noch schwierig ist, in Basel Minergie-zertifizierte Büroräumlichkeiten zu finden. Und wie erwähnt ist der Neubau des AUE ausserdem sehr innovativ. Ich wäre gerne dabei, wenn die Belegschaft das Bürogebäude bezieht und bin gespannt, wie die Mitarbeitenden des Amts für Umwelt und Energie auf das Raum- und Arbeitsklima in diesem dichten innerstädtischen Gebäude reagieren, respektive was sie berichten werden. Zu Beginn wird es sicher ein Suchen, Finden und Optimieren geben, bis dann jeder Raum im Gebäude die richtige Temperatur hat im Sommer und Winter, und bis dann alle zufrieden sind mit der Luftmenge und ein erstes Mal bewiesen ist, dass die PV-Anlage mehr produziert als die Nutzenden brauchen. Ich hoffe, das wird dann ordentlich gefeiert!

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