Florian Marti, Städtebau & Architektur Basel-Stadt

1. Bitte stellen Sie die Funktion und die Aufgabengebiete von Städtebau & Architektur Basel-Stadt» kurz vor.
Innerhalb der neu strukturierten Dienststelle «Städtebau & Architektur Basel-Stadt» werden die Hochbauten in zwei von insgesamt zehn Abteilungen abgewickelt (Hochbau 1 und 2). Unsere Kernaufgaben sind das bauherrenseitige Projektmanagement bei Investitionsvorhaben des Kantons Basel-Stadt. Im Auftrag von Immobilien Basel-Stadt übernehmen wir zusammen mit der Abteilung Gebäudemanagement (baulicher und technischer Unterhalt) entsprechende Verantwortung bei allen Liegenschaften, die im Verwaltungsvermögen (Liegenschaften für die öffentliche Aufgabenerfüllung wie Bürogebäude für die Verwaltung, Schulen etc.) erstellt werden. Im Finanzvermögen erfüllen wir im Auftrag Dritter vergleichbare Aufgaben (Wohnliegenschaften, Gesundheitsbauten etc.).
Die einzelnen Projekte werden im Verwaltungsvermögen – wie im vorliegenden Fall des Projekts für den Neubau AUE – im Dreirollenmodell abgewickelt, zusammen mit den verantwortlichen Partnern des Nutzerdepartements (hier dem Amt für Umwelt und Energie/WSU) und der Eigentümervertretung (Immobilien Basel-Stadt/FD). Die Hochbau-Abteilungen nehmen dabei die Rolle des Baufachorgans wahr und haben den Vorsitz in den strategischen (Baukommission) und operativen (Projektleitung) Gremien. Als Baufachorgan beraten die Hochbau-Abteilungen die Regierung in allen baukulturellen Fragen.

2. Welche Rolle haben die Hochbau-Abteilungen im Hinblick auf die Projektinitialisierung gespielt?
Auf Basis der wichtigsten Projektparameter – im Wesentlichen dem Raumprogramm, den energetischen und ökologischen Anforderungen sowie der spezifischen Lage – haben wir im Auftrag von Immobilien Basel-Stadt in Studien die Machbarkeit des geplanten Bauvorhabens geprüft und bestätigt. Insbesondere musste vertieft untersucht werden, ob die hohen Anforderungen einer Minergie A-ECO-Zertifizierung, vergleichbar mit einem Nullenergiehaus, erfüllt werden können. Anhand der gewonnenen Daten konnte gegenüber dem Grossen Rat der Projektierungskredit zur Durchführung des Projektwettbewerbs und des Vorprojekts beantragt werden. Unter Federführung der Hochbau-Abteilungen konnten damit der Projektwettbewerb durchgeführt und das bestgeeignete Projekt mit dem Planerteam – dem Generalplanerteam unter Führung von jessenvollenweider architektur ag – evaluiert werden.

3. Welche Rolle nehmen die Hochbau-Abteilungen im Bauprojekt heute wahr und was sind die speziellen Herausforderungen an diesem Bauprojekt?
Die Hochbau-Abteilungen leiten als Baufachorgan weiterhin die für die Projektabwicklung verantwortlichen Gremien. Mit Abschluss der Realisierung und der Inbetriebnahme wird das Gebäude an die Nutzenden für den Betrieb sowie an die Abteilung Gebäudemanagement für den baulichen und technischen Unterhalt übergeben.
Ein in Bezug auf Energie und Ökologie herausragendes Gebäude an innerstädtischer Lage zu erstellen, bildete über alle Projektphasen eine grosse Herausforderung. Nur mit Einbezug der Spielräume u.a. in der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und Normen (z.B. Brandschutz im Zusammenhang mit dem Holztragwerk), des Beschaffungswesens (z.B. Beschaffung von einheimischem Holz) sowie dem grossen Engagement und der Kompetenz des Planerteams und aller Projektbeteiligten konnte es schliesslich gelingen, die zum Teil notwendigen prototypischen Lösungen und Neuentwicklungen des Pilotprojekts erfolgreich zu einem Ganzen zusammenzufügen.

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